Microformats: Versuch einer Erklärung
Ich nehme mir schon seit längerer Zeit vor das Thema Microformats hier anzusprechen. Zwar gibt es auf Pixelsebi.com einiges darüber zu lesen, aber ich halte Microformats für sehr interessant und nützlich, deshalb kann eigentlich nicht zuviel darüber geschrieben werden. Los gehts!
Angenommen ihr stolpert beim Surfen im Web über folgenden Text:
Heute (11.7.2006) findet wieder ein Interaction Design Stammtisch statt, und zwar um 19:00 im Glacis-Beisl (Museumsquartier, Zugang über den MQ-Eingang Breite Gasse bzw. über Stiege MUMOK / Ovaltrakt). Anmeldung wird (wie immer) keine benötigt![]()
Jeder der sich für die Themen Interaction Design, Usability, Accessibility oder User Experience interessiert ist herzlich eingeladen.
Das Motto lautet: Bring 2 Folien. Jeder der möchte bringt 2 Folien/Screenshots über Projekte mit an denen er gerade arbeitet.
Computer können diesen Text zwar nach einem vorgegebenen Begriff durchsuchen, nicht aber verstehen. Sie wissen nicht, dass es sich hier um eine Veranstaltung handelt die an einem bestimmten Datum zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort stattfindet. Google kann zwar diesen Text präsentieren sollte ein Benutzer nach “Interaction Design” suchen, doch der Benutzer wollte vielleicht einfach allgemeine Informationen zu dem Thema einholen und nicht zum Stammtisch kommen …
Nun kommen die Microformats ins Spiel. Angenommen der Autor des obigen Textes fügt nun noch ein paar Zusatzinformationen hinzu:
Datum: 11.07.2006Zeit: 19:00 – 23:00
Name der Veranstaltung: Interaction Design Stammtisch
Beschreibung: Heute (11.7.2006) findet wieder ein Interaction Design Stammtisch statt, und zwar um 19:00 im Glacis-Beisl (Museumsquartier, Zugang über den MQ-Eingang Breite Gasse bzw. über Stiege MUMOK / Ovaltrakt). Anmeldung wird (wie immer) keine benötigt
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Jeder der sich für die Themen Interaction Design, Usability, Accessibility oder User Experience interessiert ist herzlich eingeladen.
Das Motto lautet: Bring 2 Folien. Jeder der möchte bringt 2 Folien/Screenshots über Projekte mit an denen er gerade arbeitet.Ort: Glacis-Beisl, Museumsquartier.
Die verwendeten Bezeichnungen (Datum, Ort, Zeit, ...) sind normiert und werden von allen Websites die mit Microformats arbeiten verwendet. Computer können nun, durch entsprechende Hilfsmittel wie etwa Suchmaschinen und Browser-Erweiterungen, sehr viel mehr über den Text “wissen”.
Über spezielle Veranstaltungssuchmaschinen (Technoratis Microformats Search) kann nun nach Veranstaltungen in Wien zum Thema Interaction Design gesucht werden – eben weil die Suchmaschine nun “weiß” dass es sich hier um eine Veranstaltung handelt.
Ebenso ermöglicht es mir die Firefox – Erweiterung Tails Export, diese Veranstaltung in meinen Terminkalender aufzunehmen ohne dass ich dazu den ganzen Text abtippen muss.
Nun gibt es nicht nur das Microformat Veranstaltung (die eigentliche Bezeichnung lautet hCalendar) sondern eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Text für Computer verwertbarer zu machen:
Es gibt z.B. das Format hCard welches Personen und/oder Firmen kennzeichnet. Diese Kontaktinformationen (Name, Telefonnummer, eMail-Adresse usw.) können ebenfalls mit Tail Exports nach Outlook (oder andere Programme) exportiert werden.
Im Microformats Wiki gibt es eine Liste mit allen bis jetzt spezifizierten Microformats.
Für Reviews gibt es hReview. Somit wird es Suchmaschinen ermöglicht, gezielt nach Rezensionen eines bestimmten Buchs oder eines bestimmten Films zu suchen.
Hier noch ein Beispiel direkt von meinem Blog hier:
Den Beitrag “Interaction Design Stammtisch morgen um 19:00 im Museumsquartier” (im Screenshot mit 1 gekennzeichnet) habe ich mit Microformats ausgezeichnet.
Das Firefox-Plugin Tails Export zeigt an (2), dass auf der Seite Microformats verwendet werden. Durch Klick auf dieses Icon öffnet sich eine Sidebar (3) und ich sehe, welche Microformats hier verwendet werden.
Klicke ich nun in der Sidebar auf “Export”, so öffnet sich ein Fenster (4) und ich kann den Event in mein Outlook übernehmen. Ganz ähnlich funktioniert das auch mit personen- oder unternehmensbezogenen Daten.
Zusammengefasst:
Microformats dienen dazu, Daten für Maschinen (Computer) verwertbarer zu machen indem sie diese Daten semantisch auszeichnen. Der Benutzer muß, um einen Vorteil aus den Microformats ziehen zu können, keinerlei neue Software installieren: Er kann einfach eine spezielle Suchfunktion für Personen, Veranstaltungen, Rezensionen usw. verwenden. Um Microformats optimal nutzen zu können gibt es Plugins wie etwa das angesprochene Tails Export für den Firefox.
Unterstützt werden Microformats unter anderem von der Blog-Suchmaschine Technorati, von Yahoo und in Kürze vielleicht auch bald schon von OpenBC.com.
Den aktuellen Stand in Sachen Microformats findet man unter microformats.org.
Ich werde hier auf jeden Fall noch öfter über Microformats berichten.
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Oktober 12th, 2006 at 15:56