die Blogosphäre und der professionelle Journalismus
Irgendwie scheinen sich die Massenmedien nicht so recht einig zu sein über die Phänomene Blogging und Graswurzel-Journalismus.
Da wird einerseits die Ansicht vertreten, dass in einer immer komplizierter werdenden Welt nur Journalisten aufgrund ihrer Ausbildung den Lesern einen entsprechenden Filter anbieten können. Dieser soll dem Publikum helfen, zwischen den wichtigen und den unwichtigen Nachrichten zu unterscheiden. Im aktuellen Falter (die Wiener Stadtzeitung) findet sich dementsprechender Artikel.
Dabei wird natürlich übersehen, dass gerade Blogs auch über genau diese Filter verfügen: Technorati (eine Blog-Suchmaschine) und viele ähnliche Sites bieten z.B. einen Autoritätsfilter an. Dieser soll dem User helfen, die wichtigen von den unwichtigen Meldungen zu einem Thema zu unterscheiden:
Andererseits greift man auf immer mehr Websites von Tageszeitungen gerne auf die Dynamik von Postings und Bewertungssystemen zurück. Kürzlich erst wurde auf der Website des Standard (einer österreichischen Tageszeitung) eine neue Funktion integriert die es Lesern erlaubt, die Postings anderer Leser zu bewerten. Diese Postings sind (lt. Angaben aus dem Freundeskreis) für viele mit ein Hauptgrund, warum der Online-Standard überhaupt erst gelesen wird. Offenbar spielt man in der Standard-Redaktion mit dem Gedanken, dieses erfolgreiche System weiter auszubauen.

In anderen Online-Medien wird versucht, Blogs in die Site zu integrieren. So bietet etwa die Kronen-Zeitung (Österreichs Boulevard-Blatt Nummer eins) ein eigenes Blogverzeichnis an (es werden jedoch nur einige Blogs von Prominenten auch wirklich bei der Krone selbst gehostet).
Die Salzburger Nachrichten bieten eigene Weblogs an, allerdings werden diese von Redakteuren befüllt und gehen somit nicht als echter Graswurzel-Journalismus durch …
Auch bei unseren deutschsprachigen Nachbarn tut sich beim Thema Weblogs und Zeitungen einiges, siehe entsprechenden Beiträge auf print to Internet und krusenstern.kaywa.ch.
Und natürlich gibt es da als Vorreiter die BBC (die zwar meines Wissens nach keine Zeitung herausgibt, aber natürlich ein mit Journalisten bestücktes Unternehmen ist). Dort werden laufend die populärsten News-Items bestimmt und in einer eigenen Box auf der Startseite oder auch hier) angezeigt:
Wie wird die zukünftige Medienlandschaft also aussehen? Ich würde meinen dass es ein Nebeneinander von professionellen Medien (Zeitungen, Fernseh- und Radiostationen und Websites) einerseits und Graswurzel-Phänomenen (wie immer die in Zukunft auch aussehen werden) andererseits geben wird. Wie und ob sich die beiden Systeme integrieren lassen weiß wohl zur Zeit noch niemand so richtig …
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| Status der österreichischen Blogosphäre |








Juli 6th, 2006 at 17:24
Interessante Diskussion! Ich werd’ bald mal das Rating System von “derStandard.at” genauer ansehen, weil das ist nicht ganz koscha!
Anmerkung:
Doofer “Ähnlicher Beitrag” : http://www.japhy.at/delicious/links-for-2006-03-23
das System funktioniert (noch) nicht so ganz
liebe grüße
heimo
Juli 6th, 2006 at 17:32
Das mit den ähnlichen Beiträgen (ein Plugin) läuft im Moment als Experiment. Auf jeden Fall muss ich die daily del.icio.us-Links rausnehmen, die hauen alles zusammen
Alles in allem aber eine sehr nützliche Sache (wenn’s dann mal gut funktioniert
)