Urlaub 2.0
Wieder einmal steht ein Urlaub an und damit die Qual der Wahl: Land, Ort, Hotel. Schon letztes Jahr habe ich über Tourismus – Websites berichtet die an den Anforderungen der User vorbei entwickelt wurden. Noch immer stößt man im Netz auf Hotelansichten in Briefmarkengröße, tote Links und veraltete Informationen.
Doch nun scheint nun auch die Tourismusbranche den user generated content zu entdecken: PR – Blogger Klaus Eck schreibt über Reiseplanung 2.0, auf Youtube habe ich schon einige Videos über Hotels und Apartments gefunden (sowohl von Kunden als auch von den Betreibern selbst erstellte). Der Heise – Verlag berichtete schon Anfang dieses Jahres über ein paar ambitionierte Projekte von Branchengrößen wie Thomas Cook oder TUI. Auf tui.com findet man auch tatsächlich schon einen eigenen Bereich mit Reiseberichten (zwar noch nicht sehr komfortabel, aber immerhin).
Aus Sicht der Reiseveranstalter macht diese Vorgehensweise natürlich Sinn, denn die Kunden finden immer einen Weg sich mitzuteilen, wenn sie das wollen. Bietet man ihnen nun einen Bereich auf der eigenen Site, so erhöht man dadurch einerseits die eigene Glaubwürdigkeit, andererseits hat man auch mehr Kontrolle und kann so auf Probleme (z.B. 90% der User bewerten ein bestimmtes Hotel sehr schlecht usw.) schneller reagieren (natürlich NICHT indem man die Bewertungen löscht, sondern indem man dem Problem auf den Grund geht!).
Zusätzlich dazu gewinnt die Site für den User durch Beiträge anderer natürlich an Wert, wodurch es zu vermehrter Mundpropaganda kommt und der Traffic steigt.
Wie wichtig das Internet für die Touristiker ist zeigt auch eine Studie die der PR – Blogger anführt:
Was nützen schöne Kataloge, wenn sich die Kunden intensiver untereinander austauschen? Das zeigt nicht zuletzt auch die Studie von Fittkau & Maaß, laut der rund 70 Prozent der Onliner sich im Netz über eine Reise informieren. Nur 41 Prozent vertrauen auf Reisebüros. Nach wie vor wichtig sind hierbei Freunde und Verwandte, die zu 54 Prozent ihre Informationen beisteuern.
Auch Hannes Treichl bringt ein paar schöne Beispiele zur Relevanz des Internet für den Tourismus (Quelle: futurelab), und weist dabei auch besonders auf die Altersgruppe 50+ hin, die zunehmend das Netz als Informationsquelle für Reisen verwendet:
Einige Kernaussagen die nicht nur für Touristiker interessant sind:
- 60% nutzen das Internet mindestens 7h wöchentlich.
- Das Internet ist eine wichtige Informationsquelle bei der Auswahl von Reisen und wird auch zur Buchung genutzt.
- Zwischen 2003 und 2005 hat sich die Zahl jener, die das Internet als Infoquelle für den letzten Urlaub benutzt hatten verdoppelt und erreicht bereits 75%!
- Konservative, einfach aufgebaute und klar verständliche Internetseiten haben einen klaren Vorteil.
- 87% klicken nicht auf Werbebanner!
Hier das Video dazu:
Eine spannende Entwicklung, die sich hier abzeichnet. Aus meiner Sicht sind dabei natürlich die Aspekte Usability und Transparenz besonders wichtig. Nur wenn eine Site beides bietet wird der User das als Mehrwert empfinden und buchen (oder zumindest zurückkehren).
Hier noch ein paar Links zum Thema Tourismus und Web 2.0:
- holidaycheck.de: Suchen, buchen und bewerten mit TÜV-Zertifikat (?)
- Studie der Österreich – Werbung: Web 2.0 im Internet. Onlinebefragung unter deutschen Österreich-Urlaubern (PDF)
- Hannes Treichl hat in diesem Posting eine Reihe weiterer Links und Ideen zu diesem Thema gebloggt
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