Jakob Nielsen ist skeptisch bezüglich Web 2.0
Wer mich etwas kennt weiß über meine Meinung zu Jacob Nielsen Bescheid. Er hat das Thema Usability durch seine markanten Statements zweifellos bekannter gemacht, doch gerade wie er das tut (sehr marktschreierisch nämlich) ist nicht so mein Ding …
In einem Artikel auf BBC News schreibt er nun über Web 2.0 und Usability. Bei den meisten Punkten kann ich ihm, zumindest teilweise, zustimmen.
Doch wenn er meint, dass man das Design von Web 2.0 – Sites auf die nur lesende Gruppe von Usern optimieren sollte, dann liegt er falsch. Wie aus mehreren Studien bekannt ist (hier am Beispiel Wikipedia), trägt ja nur ein kleiner Teil der Benutzer von Web 2.0 – Sites zum user generated content bei. Der weitaus größere Teil konsumiert den Inhalt nur passiv. Nielsen erteilt diesbezüglich nun folgenden Ratschlag:
Web firms rushing to serve the small, committed minority might find they make a site far less useful to the vast majority who come to a site for a specific purpose.
Das Problem liegt aber nun darin, dass eben dieser kleine Prozentsatz von aktiven Usern für Web 2.0 – Sites unverzichtbar ist, da es ohne ihn diese Sites eben nicht gibt (da niemand sonst den Content erstellt). Typische Web 2.0 Sites werden ja erst mit wachsender aktiver Useranzahl interessant. Digg oder MySpace würden keine lesenden Usern anziehen, wenn es nicht genügend, schreibende User gäbe, die interessanten Inhalt erstellen. Insofern ist die kleinere Gruppe von Benutzern sogar wichtiger für die Site als die passive Konsumenten.
Das Ziel müsste also eher lauten, für beide Gruppen einen geeigneten Zugang zu finden. Das sollte auch nicht allzu schwer sein, denn für den rein passiven Teil der User (die Mehrheit eben) fallen auch die teils komplizierten Funktionen zum Erstellen von Content weg (Hochladen von Bildern, Posten von Beiträgen, Bewerten, Taggen, ...).
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