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Homepage-Usability: Wieviele Links sind noch OK?

Jared Spool (ein bekannter Usability-Forscher, das Wort “Guru” verkneif’ ich mir lieber :-) ) beschreibt in einem aktuellen Posting das Phänomen “Link Rich Home Pages”, also Homepages mit überdurchschnittlich vielen Links.

Als Beispiel führt er unter anderem den amerikanischen Werkzeughändler McMaster-Carr an. Dessen Startseite quillt vor Links wirklich nur so über. Dadurch lässt die Site den User etwas von der Vielfalt der verfügbaren Information erahnen: Die Website wirkt transparenter.

Das Dropdown-Menü im Web

Dazu zwei Beobachtungen aus der Usability-Praxis:
Bei Tests hören und sehen wir immer wieder, dass User gerne schon auf der Startseite in die Tiefe der Website schauen wollen. Mit Dropdown-Menüs funktioniert das zum Beispiel auch sehr gut:

Telering: Navigation mittels Dropdown-Menü

Der User spart sich durch diese Technik unter Umständen ein paar Klicks, da er sofort sehen kann, welche Inhalte hinter einem Link in der Hauptnavigation liegen. Mögliche Nachteile gibt es hier natürlich auch: So sind solche Menüs meist nicht WAI-konform (zumindest nicht meines Wissens nach, ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren), sie können also für sehbehinderte User die mit Screenreadern arbeiten ein Problem darstellen.

Außerdem sind solche Menüs oft sehr “zappelig”: Besonders ältere und/oder computerunerfahrene User haben oft Probleme, mit der Maus den richtigen Eintrag anzuklicken. Wenn dann das Menü auch noch wegklappt sobald der Mauszeiger auch nur ein bisschen über den Rand fährt, wird das an sich praktische Navigationsmenü schnell zum Usabilityproblem.

Tiefe ohne dynamische Menüs: Die Sitemap auf der Startseite

Bietet man nun stattdessen die Links ohne dynamisches Menü auf der Startseite an (=die Sitemap auf der Startseite), so fallen diese Bedienungspobleme natürlich weg. Spool nennt einige Beispiel-Sites (NY Times, U.S. Department of Labor – Bureau of Labor Statistics) auf denen dieses Prinzip offenbar gut funktioniert.

US Bureau of Labor Statistics

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, die richtigen Cluster zu finden um den Inhalt zu strukturieren. In einem Custer werden ähnliche Links in einer Gruppe zusammengefasst. Funktioniert diese Cluster-Zuordnung, so muss der User nur die jeweiligen Cluster-Überschriften lesen um die potenziell interessanten Inhalte zu finden. Ist diese Zusammenstellung nicht optimal oder fehlt sie, so entsteht eine dieser Websites, die von Usern sofort als überladen bezeichnet werden (neben der Cluster-Technik spielt natürlich auch noch das Design eine Rolle).

Eine weitere Frage die sich hier stellt ist natürlich wieder die zur Accessibility: (Wie) kann ein User mit Screenreader mit solchen Seiten arbeiten? Dazu kann ich leider im Moment keine passende Antwort liefern. Eventuell kann das Problem aber durch eine passende semantische Auszeichnung der Links vermieden werden (was ja ohnehin passieren sollte!).

Wie gelangt man nun zu geeigneten Clustern?

Dieses Problem taucht ja nicht nur bei link-rich home pages auf. Auf jeder Website muss eine Struktur gefunden werden in welche die Inhalte eingeordnet werden. Eine Technik diese Struktur zu erstellen ist das sogenannte Cardsorting. Rashmi Sinha beschäftigt sich in ihrem Blog sehr ausführlich damit, ich werde hier versuchen in einem zukünftigen Beitrag die Vorgehensweise zu einem einfachen Cardsorting zu erklären.

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