Das von mir ob seiner Einfachheit sehr geschätzte del.icio.us hat ein paar neue Features veröffentlicht. Obwohl schon genug darüber gebloggt wurde möchte ich nun auch meinen Senf dazu geben. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens wurde (zumindest auf den von mir gelesenen Blogs) nur die Funktion für die privaten Bookmarks besprochen, und zweiten möchte ich auf einen (kleinen) Mißstand hinweisen der auf vielen Web 2.0 – Sites herrscht.
Aber zuerst zu den neuen Features. Als erstes wäre da die neue Option “do not share” zu nennen. del.icio.us ermöglicht es also ab jetzt, “private” Bookmarks anzulegen, die nicht öffentlich aufscheinen. So etwas hab ich schon seit längerer Zeit vermisst. Tatsächlich gibt es ja öfter auch Bookmarks, die man nicht “veröffentlichen” will. Bei mir wären das z.B. solche die ich für meine Arbeit benötige und auf deren Ziel (gemeint ist die Website auf die sie zeigen) Außenstehende sowieso nicht zugreifen können (geschützte Verzeichnisse und ähnliches).
Das geht jetzt also auch bei del.icio.us. Sehr nett. Dieses Feature muß man übrigens zuerst unter settings/experimental/private saving aktivieren.

Das zweite neue Feature ist euch vielleicht schon beim Lesen dieses Blogs aufgefallen. del.icio.us stellt seit neuestem eine Funktion zur Verfügung, die es erlaubt, die in den letzten 24 Stunden hinzugefügten Links automatisch in ein Blog zu exportieren (das funktioniert über die sogenannte xmlrpc-Schnittstelle, man muß sich damit aber nicht auskennen um die Funktion verwenden zu können
).
Das Ergebnis sind dann diese ominösen Postings mit Titeln wie “links for 2006-03-19”. Die Funktion ist nützlich da ich auf diese Weise zum einen ein Backup für meine del.icio.us-Links erhalte, zum anderen sind die erzeugten Beiträge auch deshalb interessant da der Leser des Blogs dadurch einen Einblick in die Themen erhält die mich gerade interessieren. Und dazu ist ein Blog ja schließlich da, oder?
Dieses Feature findet man übrigens unter settings/experimental/daily blog posting. Leider lässt sich das Ergebnis nicht wirklich gut an das eigene Blog anpassen. Der Titel des Beitrags lautet auf jeden Fall immer “links for …”.
Zuletzt muß ich allerdings noch eine kleine Kritik an del.icio.us anbringen. Eigentlich nicht nur an del.icio.us sondern an vielen Web 2.0 – Sites.
Immer wieder wird, wenn auf auf persönliche Items (Bookmarks, Links, ...) hingewiesen wird, das Wort “your” verwendet.
Bei del.icio.us: “your bookmarks”.
Bei flickr: “Photos: yours”.
Die Liste ließe sich fortsetzen…
Nun ist das zwar kein großes Usabilityproblem, aber was spräche dagegen, wenn das Wording so verändert werden würde daß ICH, als Erzeuger und Verwalter der Daten, persönlich angesprochen werde?
Also: “my bookmarks” und “my Photos”.
Oder stört sich außer mir eh niemand dran?